Der Nebel
So verborgen, wie sie es gerne wäre, kann kein Mensch sein. Doch sie bemühte sich, es trotzdem zu erreichen. Den Status einer Unsichtbaren. Der gar nicht Vorhandenen. Oder zumindest der vollkommen Unbeachteten. Sie liebte den Nebel. Der sich wie ein Schleier über die Straßen legt und alles verblassen lässt. Die Menschen werden zu Schemen, die nicht voneinander zu unterscheiden sind. Und so wie die Menschen für sie, ist auch sie für die anderen Menschen nur einer dieser Schemen. Eine von vielen. Ohne Gesicht, ohne Farbe. Im Verborgenen, wo sie nicht auffallen, nicht stören kann. Unbewertet und unverurteilt bleibt. Das ermöglichte er. Der Nebel. Er brachte zwar immer auch eine gewisse Schwere mit, aber in der Art, wie er sie in Stille und Kälte umschleierte, spürte sie eine tiefe Verbindung zu ihm. Beinahe bemitleidete sie ihn auch ein wenig. Der, der für alle anderen vollbrachte, ungesehen zu sein, war derjenige, dem ebendies immer verwehrt bleiben sollte. Er ist für alle präsent, wird von allen gesehen. Ja, oftmals der Einzige überhaupt, der gesehen wird. In jeder Sekunde seiner Existenz eine Entität, die man nicht ignorieren kann. Die Menschen schränken sich für ihn ein, sind vorsichtiger, umsichtiger. Sie fänd es schrecklich, solche Umstände zu bereiten. Solche Auswirkungen auf ihr Umfeld zu haben. Ihr blieb die Dankbarkeit und Demut für diese ihre liebste Wettererscheinung. Denn Nebel unterstützte sie bei dem, was sie sein wollte und worum sie sich immer schon bemühte: Still, unauffällig und bescheiden zu sein. Weil es eben ihrer Natur entsprach. Oder? Schwer zu sagen. Was ist diese Natur? Zählt man alles dazu, was auf die eigene Wesensart eingezahlt hat und einen Menschen zu seiner Gesamtheit geformt hat? Sämtliche Einflüsse, sei es von den Eltern, Gleichaltrigen und Lehrenden? Ermahnungen, sie solle sich benehmen. Spot und Häme wenn immer sie in irgendeiner Weise aus einem willkürlich festgelegten Standard herausgefallen ist? Oder die geäußerte und anderweitig ausgelebte Gier und Lust fremder Männer, von der man ihr nahelegte, ein unauffälligeres Erscheinen würde diese verhindern? Gehörte all das, und was sie daraus in ihr Verhalten übernommen hatte, zu dem, was man als „Natur“ bezeichnet? Oder ist die Natur das unbekannte rohe Wesen? Das, was bleibt, oder bleiben würde, zöge man all das ab und würde sehen, wie der ungezähmte Geist der Welt gegenübertreten würde? Es war ihr gleich. Sie war wie sie war, sie war was sie war. Und versuchte nach bestem Willen, noch weniger zu sein.
An diesem Morgen hatte es für sie den Anschein, als würde ihr genau das nicht gelingen. Sie saß in der Bahn einem Mann gegenüber. Sie hatte sich in einem Vierer den Fensterplatz entgegen der Fahrtrichtung gesichert, nah an die Wand gelehnt. So konnte er, der ihr quer gegenübersaß, sich weiterhin entfalten. Und doch meinte sie zu beobachten, wie er sich, wenn auch nur subtil, unbehaglich wandt, wie um vor ihr zurückzuweichen. Ihr schien eigentlich die Entfernung zwischen ihnen beiden recht groß, und zog dennoch ihre Beine ein wenig näher zu sich heran, um ihrem Umfeld ein paar zusätzliche Zentimeter einzuräumen. Und doch nahm sie weiterhin eine sogar stärker werdende Antipathie ihres Gegenübers wahr. Seitenblicke. Angespannte und zusammengezogene Gesichtszüge, vermittelten ihr, dass dieser Mann sich offenbar ärgerte. Sicher über sie. War da nicht sogar ein leichtes Kopfschütteln? Nein. Bestimmt nicht. Es war nur einer dieser Tage. An denen es ihr nicht gelang, das Verhalten ihres Umfeldes nicht als Reaktion auf sich selbst zu verstehen. Sie würde sich diese Situation merken. Und später ihrer Therapeutin davon berichten.
„Nun, an diesen Punkt gelangen wir ja durchaus oft. Sie wissen ja nun, dass sie sich durch ihr Verhalten nichts verschulden. Ob nun auf Sie bezogen oder nicht, sie tragen nicht die Verantwortung für die Reaktion Ihres Gegenüber. “
Eben so eine Antwort hatte sie von ihrer Therapeutin erwartet. Durchaus erhofft und sich darauf verlassen. Es stimmte. Sie gelangten immer wieder an diesen Punkt. Sie wusste, dass sie von ihr nicht die erhoffte Aussage und Bestätigung bekommen würde, dass sie voll und ganz unauffällig, bescheiden, ruhig, angenehm und damit absolut perfekt sei. Aber natürlich begriff sie auch, dass die Therapie nicht für ein allwöchiges Abholen von Bestätigung da war. Sie musste sich mit der fachlichen Einordnung zufriedengeben, sowie mit dem Hinterfragen und Erarbeiten, woher diese stete Angst, aufzufallen herrührte. Und wieso sie immer wieder überzeugt war, Ursache für jeglichen Unmut zu sein, den sie im Alltag wahrnahm. Auch in dieser Therapiestunde kam sie mithilfe ihrer Therapeutin zu dem Schluss, dass den meisten Menschen die meisten Menschen egal waren, und somit auch sie den meisten Menschen egal war. Der Mann, der ihr in der Bahn gegenübergesessen hatte, erinnerte sich vermutlich nicht mal mehr an sie. Und das Adressieren seines Unmuts an sie – das war, vermutlich eingebildet. Wie so oft. Ihre Blicke hatten sich wahrscheinlich nur zufällig getroffen und sein Ärger rührte woanders her. Es war in Ordnung. Nur einer dieser Tage.
So verlief der Rest ihres Tages leichtherziger. Beruhigter. Und als sie am nächsten Tag einer älteren Dame auswich, die ihr entgegenkam, diese aber auf ihrer Höhe stolperte und ihr ein verärgertes „Pass doch auf!“, an den Kopf warf, brachte sie das nicht gleich aus der Fassung. Ja, diese Reaktion hatte sie erschreckt, denn es war in diesem Fall nun mal nicht zu leugnen, dass es ihr galt. Aber sie war sich sicher die Frau nicht berührt zu haben. Das Stolpern in diesem Moment muss ein ungünstiger Zufall gewesen sein, den die Fremde fälschlicherweise auf sie zurückgeführt hat. Nicht persönlich nehmen. Es ist passiert. Abhaken und weitermachen. Sie ging weiter und setzte sich nach einer Weile, wie jeden Tag, auf eine Bank im Stadtpark. Nahe am Ausgang, in einem Bereich, der keine besonders ansehnliche Flora bot. Denn sie wollte für Parkbesuchenden den Ausblick nicht stören. Wie sie dort die Welt um sich herum beobachtete, wurde ihr immer bewusster, wie ihr der Schrecken der letzten Begegnung wohl doch noch in den Knochen lag. Sie brauchte mehr Überzeugungskraft, um sich selbst zu glauben, dass gewisses Verhalten der Menschen um sie herum nichts mit ihr zu tun hatte. Sicher war es Zufall, dass jede Person, deren Weg an ihrer Bank vorbeiführte, auf dem recht schmalen Pfad einen Schlenker einzulegen schien, um so viel Abstand zu ihr zu halten, wie es nur ging. Sie glaubte zu beobachten, wie nicht wenige von ihnen außerdem ihre Gesichtszüge anspannten. Teils las sie Ärger, teils Verunsicherung in ihren Gesichtern. Manch einer beschleunigte den Gang, wie um sich schneller aus ihrer Gegenwart zu entfernen. Einbildung. Oder war da irgendwas? Trat sie an dem Tag vielleicht doch anders auf, als sonst? Sie hatte an diesem Tag nicht geduscht, sondern am Abend davor, aber reichte das? Stank sie? Sie setzte ihren Weg fort. Vor der gläsernen Tür einer Bäckerei betrachtete sie sich selbst kurz in der spiegelnden Scheibe. Sie fand sich nicht auffallend schmuddelig. Sie sah aus wie immer. Ihr fiel keine Möglichkeit ein, wie sie sich noch unauffälliger kleiden, und noch harmloser erscheinen könnte. Also war die einzig logische Erklärung, dass auch heute ein Tag war, an dem ihre Wahrnehmung ihr Streiche spielte. Sie nicht erkennen konnte, dass die Reaktionen der anderen sich nicht auf sie bezogen. Ein klapperndes Geräusch riss sie aus ihre Gedanken. Sie löste den Blick von ihrem Spiegelbild und sah, wie die Bäckereifachverkäuferin hektisch das hängende Schild an der Tür umdrehte, so, dass nun statt dem „geöffnet“-Schriftzug, das Wort „geschlossen“ nach außen gerichtet hing. Während die Verkäuferin den Riegel der Tür zuschob, schenkte sie ihr ein unsicheres Lächeln und Heben der Schulter. Es war 17 Uhr. Die Bäckerei hatte in der Regel bis 18 Uhr geöffnet. Sicher ein Notfall, dass die Geschäftsführung zwang, heute früher zu schließen. Sie ging weiter. Ein paar Schritte später blieb sie stehen und drehte sich noch einmal zu dem Laden um. Die Verkäuferin stand dicht gepresst an die Scheibe und schaute ihr nach. Zuckte jedoch zurück, als sich ihre Blicke trafen.
Sie setzte ihren Heimweg fort und war erleichtert, endlich sicher und alleine in ihrer Wohnung anzukommen. Wo niemand war, der sich an ihrer Gegenwart stören konnte, oder in deren Gegenwart sie sich als Störerin vermuten könnte. Den Rest des Tages brauchte sie, um ihre Gedanken zu sammeln. Die Meditationsübungen halfen. Sie saß still auf der Couch, atmete langsam und kontrolliert und sprach im Kopf ihre beruhigenden Mantras auf. Ein hämmerndes Geräusch weckte sie aus ihrer Konzentration. Es hallte durch die Wand. Sie sammelte all ihre Besonnenheit, um sich davon zu überzeugen, dass der Nachbar wohl ein Bild aufhängte. Oder Ähnliches. Unlogisch, dass das Schlagen gegen die Wand ihr galt. Sie hatte nicht das geringste Geräusch von sich gegeben, das ihren Nachbarn hätte verärgern können. Es hämmerte etwa eine Stunde später erneut. Lauter und öfter. Sie fand es ungewöhnlich, Nägel mit so großem zeitlichen Abstand in die Wand zu schlagen. Doch blieb dabei. Sie machte kein Geräusch. Und sie vernahm auch sonst keinen Lärm, gegen den jemand durch das Hauen an die Nachbarswand protestieren könnte. Sie schreckte auf, verschwand in ihrem Schlafzimmer und legte sich, um den Tag schnellstmöglich hinter sich zu lassen, deutlich früher als sonst schlafen. Um 2 Uhr in der Nacht wurde sie von weiterem Gehämmere geweckt. Lauter werdend. Begleitet von Worten, die sie dumpf durch die Wand gebrüllt hörte, wenn sie das Gesagte auch nicht verstand. Sie war nicht gemeint. Sie konnte nicht gemeint sein. Sie zerriss ein Taschentuch und verstopfte damit ihre Ohren. Sie kauerte sich unter ihrer Decke zusammen, kniff ihre Augen zu und drückte zusätzlich die Hände auf die bereits verschlossenen Ohren. So lag sie dort, bis ein unruhiger Schlaf sie endlich erlöste.
Am nächsten Tag musste sie sich überwinden, aus dem Haus zu gehen. Doch es gehörte zu den therapeutischen Übungen, die Wohnung regelmäßig zu verlassen. Und gerade nach einem Tag, der sie stark verunsichert zurückgelassen hat, sollte sie sich überwinden. „Nach dem Sturz gleich wieder aufs Pferd steigen“, formulierte es ihre Therapeutin oft. Also verließ sie die Wohnung. Wie sie nach draußen trat und die Haustür hinter ihr zufiel, zuckten die paar Menschen, die sich in der Straße aufhielten, zusammen, blieben stehen und schauten sie voller Schrecken an. Kurz. Dann wandten sie sich wieder ab und setzten ihren Weg fort. Deutlich zügiger, und nicht jeder Blick ließ gleich von ihr ab. Sie zog die Schultern hoch und lief Richtung Stadtkern. Ein paar Mal wurde sie empört angeraunt und ermahnt, von Menschen, zu denen sie den größtmöglichen Abstand einhielt. Sie wurde das Gefühl nicht los, je kleiner sie sich machte, desto raumgreifender wurde sie wahrgenommen. Sie kam an einer Kreuzung mit roter Fußgängerampel zum Stehen. Zum Durchatmen. Sie schaute um sich. Eine Frau näherte sich der gleichen Ampel. An ihrer Hand ein kleiner Junge. Die Mutter wirkte angespannt und versuchte, jeden Blickkontakt mit ihr zu meiden. Der Junge starrte sie jedoch gänzlich ungeniert an. Irritiert, verunsichert und doch fasziniert.
„Mama, was macht die Frau da?“, fragte er seine Mutter, die ihm mit einem scharfen Zischlaut aufforderte, diese Frage zurückzuziehen. Der Junge starrte sie weiter an, wie sie im Blickfeld bemerkte, als sie versuchte möglichst nur auf die Ampel gegenüber zu schauen. Vorsichtig wandte sie ihm doch den Blick zu und entgegnete seinem Starren mit einem kleinen Lächeln. Der Junge zuckte zusammen, keuchte auf und krallte sich auch mit der zweiten Hand an seiner Mutter fest, die ihren Sohn sicher umfasste, auf die andere Seite ihres Körpers schob und mit ihm zurück in die Richtung eilte, aus der sie gekommen sind. „Was stimmt mit Ihnen denn nicht?“ Schrie sie ihr noch hinterher.
Sie zitterte. Tränen füllten ihre Augen. Als die Fußgänger-Ampel auf Grün wechselte, eilte sie über die Straße. Die Bremsen heranfahrender Fahrzeuge quietschten und die Hupen ertönten. Ebenso zorniges Geschrei der Fahrenden. Sie rannte. Ihr Ziel vergessend rannte sie einfach die Straße weiter. Die Menschen, die ihr entgegenkamen, flohen auf die andere Straßenseite. Brüllten ihr wüste Beschimpfungen hinterher. Manche schrien vor Entsetzen auf. Sie bog bei der ersten Gelegenheit, die sich ihr bot in eine leere Seitenstraße ab und kauerte sich hinter einem Müllcontainer auf den Boden. Zitternd kramte sie ihr Telefon aus der Tasche und navigierte durch die Kontakte zu ihrer Therapeutin. Noch nie hatte sie sie außerhalb ihrer Termine kontaktiert, auch wenn die Therapeutin sie immer wieder ermutigt hatte, in Krisensituationen nicht davor zurückzuschrecken. Sie hatte davon aber nie gebraucht gemacht. Sie wollte nicht stören. Doch nun brauchte sie Rat. Sie brauchte das Wissen, nicht groß, laut, monströs, gefährlich, unverschämt zu sein. Sie brauchte … irgendwas. Bevor sie wählte, atmete sie tief durch. Beruhigte sich so weit sie es in ihrer Lage schaffte. Zweimal ertönte das Freizeichen, bis sich ihre Therapeutin mit einem lauten „Ja doch!“, meldete.
„Bitte entschuldigen Sie die Störung. Hier ist Frau Jakob, ich bin gerade in einer äußerst verzweifelten Lage, sonst würde ich sie nicht behelligen“, wimmerte sie bemüht ruhig und langsam.
„Beruhigen sie sich erstmal“, erhielt sie laut und angespannt zur Antwort. Die Schärfe in der Stimme der Therapeutin machte sie erst einmal sprachlos. Und noch während sie überlegte, welche Worte nun zu wählen waren, tönte es aus ihrem Handy: „Halt. Nein. Lassen Sie mich ausreden. Beruhigen Sie sich. Beruhigen Sie sich doch!“
„Ich, ich bin doch ganz ruhig“, flehte sie.
„Das, bitte, ganz ruhig!“, die Stimme der Therapeutin wurde mit jedem Wort lauter, und ängstlicher, „So kann ich Ihnen nicht weiterhelfen. Sie bedrohen mich. Hören Sie, ich werde jetzt auflegen.“
Die Verbindung endete. Sie starrte noch eine Weile auf ihr Handy. Im Hintergrund verstummten Sirenen. „Hier, da ist sie langgelaufen“, hörte sie jemanden rufen, gefolgt von Schritten in ihre Richtung. Sie blickte um die Ecke und sah, wie einige Polizisten in schutzsicheren Westen auf sie zuliefen. Eine Hand jeweils am Pistolenhalfter. Sie blieb zusammengekauert auf dem Boden sitzen, so klein, wie sie es noch nie in ihrem Leben war. Die Beamten verteilten sich mit sicherem Abstand um sie herum. „Ganz ruhig bleiben!“, rief einer der Männer.
„Ich bin ganz ruhig“, winselte sie und hob langsam ihre Arme in die Höhe.
„Halt!“, schrie man ihr entgegen, ein Warnschuss landete vor ihr. Sie schloss die Augen und schrie. Sie winselte nicht, sie schrie. Sie wollte klein und leise sein, doch es funktionierte nicht. All ihre Taktiken scheiterten, also, so befahl etwas in ihr, galt es nun das Gegenteil zu tun. Und so machte sie sich groß. All die Menschen, die ihr gesagt hatten, sie möge ruhig sein. Diese Menschen waren es, die still sein sollten. Sie wollte ihnen nichts Böses. Sie wollte nur, dass alles wieder friedlich war. Sie dehnte sich aus, sie wurde mehr. Es war ganz einfach, und es wirkte. Die fassungslosen Schreie der Polizisten um sie herum wurden zwar mehr, aber leiser. Die Schüsse spürte sie kaum, sie gingen durch sie hindurch und kitzelten nicht einmal. Sie entfaltete sich weiter. Wurde mehr. Wurde leichter. Bis sie schließlich überall war. Und die gesamte Stadt umschleierte. Alle Menschen, die so laut, die so viele waren, machte sie unsichtbar. Zu gesichtslosen Schemen. Erst schrien sie, doch das nahm sie immer weniger wahr. Sie spürte, dass sich all die Menschen in ihr bald beruhigen würden. Ihre Gedanken, ihre Worte, ihre Ängste würden ebenso schemenhaft wie ihre Körper werden. Sie werden verblassen. Ohne Gesicht, ohne Farbe. Im Verborgenen, wo sie nicht auffallen, nicht stören werden. Sie selbst wurde kurz ein wenig traurig bei dem Gedanken, dass sie dies für anderes vollbrachte, ihr selbst blieb die Verborgenheit aber verwehrt. Sie wurde von allen gesehen. War die Einzige, die gesehen wurde. Aber das war in Ordnung. Vielleicht, so dachte sie, war es einfach langsam an der Zeit, gesehen zu werden.
Entstanden für die 26. Ausgabe von „Deis und Ella lesen Dinge vor“ #LesiDinge
Thema: Schattenreich und Galgenbaum
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