Der Nebel
So verborgen, wie sie es gerne wäre, kann kein Mensch sein. Doch sie bemühte sich, es trotzdem zu erreichen. Den Status einer Unsichtbaren. Der gar nicht Vorhandenen. Oder zumindest der vollkommen Unbeachteten. Sie liebte den Nebel. Der sich wie ein Schleier über die Straßen legt und alles verblassen lässt. Die Menschen werden zu Schemen, die nicht voneinander zu unterscheiden sind. Und so wie die Menschen für sie, ist auch sie für die anderen Menschen nur einer dieser Schemen. Eine von vielen. Ohne Gesicht, ohne Farbe. Im Verborgenen, wo sie nicht auffallen, nicht stören kann. Unbewertet und unverurteilt bleibt. Das ermöglichte er. Der Nebel. Er brachte zwar immer auch eine gewisse Schwere mit, aber in der Art, wie er sie in Stille und Kälte umschleierte, spürte sie eine tiefe Verbindung zu ihm. Beinahe bemitleidete sie ihn auch ein wenig. Der, der für alle anderen vollbrachte, ungesehen zu sein, war derjenige, dem ebendies immer verwehrt bleiben sollte. Er ist für alle präsent, ...