Alles Gut
Alles war gut. Wirklich. Alles war gut. Nichts könnte besser sein. Nichts dürfte schlechter werden, denn nichts könnte sie anders tun. Aber es war ja, wie es war, und wie es war, war es gut. Gut. Beziehungsweise in Ordnung. Nennen wir es ausreichend. So wie es war, reichte es. Zum Aushalten. Zum Überleben. Sie hielt sich. Gerade so. Und das ist doch sehr gut. Solange ab hier eben nur nichts geschehen würde. Einschnitte, also Weitere, wären schwierig. Eigentlich nicht möglich. Aber Einschnitte gab es ja nicht. Oder keine Nennenswerten. Keine Weiteren. Sie hatte Glück. Es ging ihr gut. Sie hatte Job, Familie und eine Wohnung. Es hausten in dieser einige fingernagelgroßen Silberfische, doch Silberfische findet man doch letztlich überall, wo gelebt wird, und tun nichts. Solange also diese Tierchen das ärgste Manko in ihrer Lebenssituation ausmachten, solange sonst nichts war, hinzukam oder ärger wurde, war wirklich alles sehr gut. Sie hatte einen Job, der sicher war. Bestimmt. Fürs Erste. ...